Personal & Weiterbildung
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Das Übermorgen gestalten: So entsteht Höchstleistung im Unternehmen

Übermorgen gestalten
Gastbeitrag von Anne M. Schüller

Neudenkern, Pionieren und Übermorgengestaltern sind Wertschätzung, Zuspruch, Anschluss und Verbundenheit ungemein wichtig, weil sie im Unternehmen oft so viel Gegenwind haben. Anerkennung katapultiert ihre Leistung voll nach oben.

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Menschen, die Bewährtes in Frage stellen und Neues erdenken, haben es nicht immer ganz leicht. Ihren Ideen weht oft eine steife Brise entgegen. Denn die, die kühnes, forsches, neues wollen, sind so manchen im Unternehmen ein Graus. Verlustaversion, Besitzstandswahrung und Trägheit sind weit verbreitet. Als Neudenker muss man das aushalten können – und bereit sein, sich aus der Geborgenheit der Gruppe zu lösen.

Doch genau das ist ein Dilemma. Denn Menschen sind Herdentiere. Bei uns dreht sich alles um das Leben in einem Verbund. Die Akzeptanz einer schützenden Gemeinschaft ist für uns fundamental. Ausgestoßen zu sein – auch durch Mobbing – ist das Schlimmste, was uns passieren kann. Die unglücklichsten Menschen sind diejenigen, von denen niemand etwas will, die nicht gefragt sind und nicht gebraucht werden.

Wer sich zurückgelassen fühlt oder den Anschluss verliert, gerät schnell in die Panikzone. Denn den Letzten beißen die Hunde. Hingegen gibt es uns Sicherheit und Geborgenheit, ein geachtetes Mitglied einer Gemeinschaft zu sein. Früher hing unser Leben davon ab. Die Chance, ohne den Schutz einer Gruppe zu überleben, war damals äußerst gering. So zählt soziale Isolation zu den grausamsten Strafen.

Menschen brauchen Zuwendung, Anschluss und Verbundenheit

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Zuneigung und Verbundenheit ist allen Menschen überaus wichtig, besonders aber den Freigeistern, Game Changern und Innovatoren, weil sie oft ausgegrenzt werden. Ein körpereigener Botenstoff namens Oxytocin spielt dabei eine entscheidende Rolle. Als Kuschelhormon bezeichnet, stärkt Oxytocin unser Glückspotenzial. Es ist neurochemischer Balsam für die Seele. Es wirkt entspannend und gesundheitsfördernd.

Oxytocin wird immer dann verstärkt ausgeschüttet, wenn es zu einer Begegnung kommt, die feste Bindungen einleiten soll. Es erhöht die Bereitschaft, Vertrauen zu schenken. Gleichzeitig stabilisiert es die Beziehungen, die zu seiner Ausschüttung geführt haben. Es belohnt positive soziale Kontakte und Geselligkeit. Das wiederum erklärt, weshalb in manchen Firmen das Zusammengehörigkeitsgefühl so irre hoch ist.

Jeder mag die Zugehörigkeit zu einer Gruppe Gleichgesinnter

Natürlich sind wir Individualisten. Doch in uns steckt auch das tiefe Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu einer Gruppe Gleichgesinnter. Die Sippen und Stammesverbände von früher, das sind die Netzwerke und Online-Communitys von heute. Sie werden überall da zum Sicherheitsnetz, wo herkömmliche Sicherheitsnetze versagen. Die „Strong Ties“, zu denen traditionelle Familienverbünde, öffentliche Institutionen und lebenslange Anstellungen einst gehörten, sind obsolet.

An ihre Stelle sind die „Weak Ties“, die lockeren Bande der losen Verbindungen getreten. Im Kreis der Peers, der Gleichgesinnten, der intakten Beziehungen im beruflichen, nachbarschaftlichen und privaten Bereich finden wir Sicherheit, Halt und eine neue Heimat. Insofern ist es unglaublich wichtig, Neudenker nicht auszugrenzen, sondern immer wieder darauf hinzuweisen und auch sichtbar zu zeigen, wie wertvoll sie für das Vorankommen eines Unternehmens sind.

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Wertschätzung und Anerkennung: Turbo für kühne Pioniere

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„Kern aller menschlichen Motivation ist es, zwischenmenschliche Anerkennung, Wertschätzung, Zuwendung oder Zuneigung zu finden und zu geben“, schreibt der Neurobiologe Joachim Bauer in seinem großartigen Buch Prinzip Menschlichkeit*. Berufliche und persönliche Wertschätzung, gegenseitiger Respekt und situative Aufmerksamkeit sind maßgebliche Treiber für Engagement und Spitzenperformance.

Wertschätzung ist somit eine unserer stärksten Motivatoren. Sie sorgt für eine Stärkung des Selbstwertgefühls und für Arbeitsfreude. Anerkennung, um die Begriffe sauber zu trennen, ist an eine erkennbare Leistung gebunden, würdigt also Bemühen, Sachkenntnis, Expertise, Verdienste, Ergebnisse, Erfolge. Bei Anerkennung geht es um das Tun und die Sache, bei Wertschätzung primär um das „So-Sein“ des Menschen.

Zuspruch pusht wie eine Ladung Sauerstoff Leistung nach oben

Obwohl Wertschätzung nicht zwingend an eine Leistungserbringung gebunden ist, steigert sie dennoch die Leistungsbereitschaft erheblich. Sie drückt sich auf vielfältige Weise aus: durch einen aufrichtigen Dank, einen freundlichen Augenkontakt, ungeteilte Aufmerksamkeit, ein interessiertes Hinhören, ein wohlwollendes Kopfnicken, ein anteilnehmendes Lächeln, eine ehrliche Entschuldigung, eine wissbegierige Frage, ein neidloses Lob, Entgegenkommen und auch Verständnis für eine besondere Lage.

Das Gegenteil solcher Aufmerksamkeit? Einschüchterung, Entwürdigung, Missachtung, manipulative Lobhudelei, als Tadel formulierte Hinweise und verbal oder nonverbal gezeigte Verachtung. All dies erstickt jedes Wollen im Keim. Durch Tadel macht man die Menschen klein. Durch Wertschätzung hingegen macht man sie groß. Selbst der Größte fühlt sich mies, wenn er nicht die Zuwendung Dritter erhält. Wertschätzung hingegen katapultiert, wie eine Ladung Sauerstoff, unsere Leistung voll nach oben.

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Wertschätzung und Anerkennung brauchen die richtige Dosis

Einen Noch-nicht-Könner lobt man für alles Neue, das ihm gelingt, einen Vollprofi jedoch nicht für Kleinigkeiten, sondern für Heldentaten. Wenn also ein Mitarbeitender zum ersten Mal mutig eine unkonventionelle Idee vorträgt, wird das gewürdigt. Wenn die ersten Veränderungen sichtbar werden, wird das belobigt. Und wenn ein Projekt erfolgreich abgeschlossen wurde, wird das gefeiert. Die Menschen verstärken Verhalten, für das sie Aufmerksamkeit und aufrichtige Anerkennung erhalten.

Und noch eins ist wichtig: Feedback sofort! Zügige und stimmige Rückmeldungen sind im unternehmerischen Alltag elementar – und für die übermorgengestaltende junge Generation unumgänglich. Denn sie hat sich an unmittelbares Feedback gewöhnt. Jedes „Like“ im Social Web ist wie ein virtuelles Schulterklopfen. Auch bei Online-Games wird man für vollbrachte Spielleistungen postwendend belohnt: mit Status-Upgrades, Fortschrittsbalken, Spielgeld und Bonuspunkten. Das macht uns süchtig nach mehr.

Die Autorin

Anne M. SchüllerAnne M. Schüller ist Managementdenker, Keynote-Speaker, mehrfach preisgekrönte Bestsellerautorin und Businesscoach.

Die Diplom-Betriebswirtin gilt als führende Expertin für das Touchpoint Management und eine kundenfokussierte Unternehmensführung. Zu diesen Themen hält sie Impulsvorträge auf Tagungen, Fachkongressen und Online-Events.

2015 wurde sie für ihr Lebenswerk in die Hall of Fame der German Speakers Association aufgenommen. Beim Business-Netzwerk Linkedin wurde sie Top-Voice 2017 und 2018. Von Xing wurde sie zum Spitzenwriter 2018 und zum Top Mind 2020 gekürt.

Ihr Touchpoint Institut bildet zertifizierte Touchpoint Manager und zertifizierte Orbit-Organisationsentwickler aus. Weitere Infos und Kontakt: www.anneschueller.de

Bücher von Anne M. Schüller

Titel: Bahn frei für Übermorgengestalter!: 25 Quick Wins für Innovatoren und Zukunftsversteher*

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Inhalt: Das Buch zeigt 25 rasch umsetzbare Initiativen und weit über 100 Aktionsbeispiele, um zu einem Überflieger der Wirtschaft zu werden. Kompakt und sehr unterhaltsam veranschaulicht es jedem, der helfen will, eine bessere Zukunft zu gestalten, die maßgeblichen Vorgehensweisen in drei Bereichen: Wie machen wir die Menschen stärker, das Zusammenarbeiten besser und die Innovationskraft im Unternehmen größer.

Herausgeber: GABAL
Taschenbuch: 216 Seiten
ISBN: 978-3967390933
Preis: 24,99 EUR

Titel: Die Orbit-Organisation: In 9 Schritten zum Unternehmensmodell für die digitale Zukunft (Dein Business)*

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Inhalt: Alle reden von der Digitalisierung und wie schwer man sich hierzulande damit tut. Doch über den wahren Grund für das Zaudern beim Aufbruch ins Neuland redet man nicht: Zahllose Unternehmen bleiben einem Organisationsmodell verhaftet, das aus dem tiefsten letzten Jahrhundert stammt. Tatsächlich geht es ja gar nicht um die Digitalisierung per se, sondern um die bahnbrechend neuen Geschäftsideen, die durch sie machbar werden. Und dazu braucht es eine passende organisationale Struktur.

Ein Company Redesign ist unumgänglich, um mit unserer Hochgeschwindigkeitszukunft Schritt halten zu können. Hier setzt das von Anne M. Schüller und Alex T. Steffen entwickelte Orbit-Modell an. Es propagiert den Übergang von einer aus der Zeit gefallenen pyramidalen zu einer zukunftsweisenden zirkulären Unternehmensorganisation. In neun Schritten zeigt es den Weg von einer auf Effizienz getrimmten Arbeitswelt zu einer lebendigen Innovationskultur, die sich adaptiv, antizipativ und agil auf die Erfordernisse der neuen Zeit einstellen kann. Kundenzentrierung spielt dabei eine herausragende Rolle. Sie wird zur Nummer eins der künftigen Unternehmensaufgaben. Wer durchstarten will, braucht nicht nur neue Führungskonzepte. Er muss sich auch radikal auf die Seite des Kunden schlagen.

So stellen die Autoren mit ihrem Orbit-Modell das erste Organisationsmodell vor, das den Kunden tatsächlich in den Mittelpunkt stellt. Es ist zudem das erste Modell, das die zunehmend notwendigen Brückenbauer-Rollen gezielt integriert. Denn Transformation bedeutet immer auch Transition, also Übergang. Hierfür werden Menschen gebraucht, die Wege ins Neuland ebnen und Verbindungen schaffen zwischen Drinnen und Draußen sowie zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz. Mit klugen Gedanken, frischen Ideen und vielen Beispielen beschreiben Schüller und Steffen kenntnisreich und praxisorientiert die positiven Effekte, die ihr Modell auf sämtliche Unternehmensbereiche hat. Damit ist den Autoren eine umfassende Gebrauchsanleitung gelungen, mit deren Hilfe die nötigen Veränderungsmaßnahmen zügig zu schaffen sind. Das Ergebnis? Eine Organisation, die für die digitale Zukunft hervorragend aufgestellt ist: zugleich hochrentierlich – und zutiefst human.

Autoren: Anne M. Schüller, Alex T. Steffen

Gebundene Ausgabe: 312 Seiten
Verlag: GABAL
ISBN: 978-3869368993
Preis: 34,90 EUR

Titel: Fit für die Next Economy: Zukunftsfähig mit den Digital Natives*

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Inhalt: Mit hohem Tempo, digitaler Kernkompetenz und einem Riecher für Innovationen treibt die Generation der Jungunternehmer neue Geschäfts-, Arbeits-, Finanzierungs-, Kommunikations-, Kauf- und Lebensmodelle voran. Diese sind von tradierten Modellen völlig entkoppelt. Für immer mehr etablierte Unternehmen stellt sich hingegen die Anschluss- und Überlebensfrage. Und sie wird von medialen Poltergeistern kräftig befeuert. Doch das bringt am Ende niemanden weiter. Die digitale Transformation lebt vom raschen Handeln.

Hier tritt die Millennial-Generation auf den Plan. Sie ist die bestausgebildete und zugleich kreativste Generation, die wir je hatten. Sie will nicht herrschen, sondern gestalten. Der Wandel, den sie technologisch und kulturell in Gang gebracht hat, wird der größte aller Zeiten sein. Genau diese Generation kann der Old Economy helfen, sich auf das Neuland der Zukunft mit seinen immer schnelleren Zyklen vorzubereiten, also: digitaler zu denken, kollaborativer zu handeln, agiler zu werden und Disruptives zu wagen. Nur so können am Ende auch Existenzen gesichert werden.

Autoren: Anne M. Schüller, Alex T. Steffen

Gebundene Ausgabe: 271 Seiten
Verlag: Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA
ISBN-13: 978-3527509119
Preis: 19,99 EUR

Titel: Touch. Point. Sieg.: Kommunikation in Zeiten der digitalen Transformation* – Trainerbuch des Jahres 2016

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Inhalt: Die digitale Transformation verändert unsere Business- und Arbeitswelt unfassbar schnell. Auch die kundenbezogene Kommunikation ist davon betroffen.

Doch die wahren kommunikativen Erfolge finden jenseits von Big Data und Algorithmen statt. Nicht Analytics und Mathematik, sondern Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen führen gerade in durchdigitalisierten Zeiten zum Ziel.

So zeigt Teil eins des Buches, welche Chancen weit über Worte, Bilder und Geschichten hinaus die multisensorische Kommunikation fortan bietet. In Teil zwei werden die Touchpoints, die kommunikativen Berührungspunkte zwischen Anbieter und Kunde, analysiert und optimiert. Teil drei zeigt Erfolg versprechende kommunikative Wege in die digitale Zukunft.

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: GABAL
ISBN: 978-3869366944
Preis: EUR 29,90


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Foto: Gabal
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