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Dynamic Pricing: Preispoker wie an der Börse

Dynamic Pricing

Sommerschlussverkauf, Winterschlussverkauf. Zweimal im Jahr gab’s was billiger. So einfach war das mal. Im Internet wartet Dynamic Pricing – Preise, die top-aktuell an die jeweilige Marktsituation gekoppelt sind. Sie können sich praktisch stündlich ändern.

Der Preis ist im Internet die wichtigste Währung. Nach ihm wird sortiert. Wer am wenigsten für sein Produkt verlangt, steht ganz oben und muss bei der weiteren Geschäftsabwicklung schon viel falsch machen, um nicht den Zuschlag zu bekommen.

Hohe Nachfrage gleich hoher Preis

Dynamic Pricing funktioniert wie die Börse: Ist die Nachfrage groß, steigt der Preis. Ist sie gering, fällt er in den Keller. Die Volatilität der Preise, also ihre Ausschläge nach oben und nach unten, kann sich dabei innerhalb eines Tages durchaus in einem Fenster von 240 Prozent abspielen – wohlgemerkt, für ein identisches Produkt.

Es wundert nicht, dass Marktgigant Amazon die aufwändigsten Mechanismen zum Einsatz kommen lässt, wenn es darum geht, Mitbewerber – auch auf der eigenen Plattform – im Preis zu unterbieten und dabei trotzdem noch gut zu verdienen.

Preise werden permanent verglichen und neu kalkuliert

Im Gegensatz zu den meisten anderen Verkaufsplattformen ändert Amazon seine Preise nicht zu festen Zeiten und macht seine Verkaufspolitik auf diese Weise nicht durchschaubar. Neue Preise werden den ganzen Tag über automatisch neu kalkuliert. Das System kann innerhalb von 20 Minuten, nachdem es festgestellt hat, dass ein anderer Anbieter mit einem besseren Angebot auf dem Markt ist, den Preis automatisch senken. Amazons System gilt als das dynamischste und schnellste auf dem Markt.

Wer heute im Internet erfolgreich verkaufen will, kann auf Dynamic Pricing nicht verzichten. Ausnahme: Das Produkt ist einzigartig, der Verkäufer hat eine Monopolstellung.

Moderne Tools für flexible Preisgestaltung

Moderne Tools erlauben Online-Verkäufern heute auch ohne so ein mächtiges Werkzeug wie das von Amazon umfangreiche Marktanalysen und -daten, die dann aufgrund selbst definierter Kerndaten den bestmöglichen aktuellen Preis ermitteln.

Diese Programme scannen das Netz nach gleichwertigen Preisen, vergleichen sie mit den eigenen, um sie dann zu unterbieten und bei der Suche höher gelistet zu werden.

Der Verkäufer definiert die Basisdaten

Dieses Preisdumping ist natürlich nach unten gedeckelt. Nur wenige dürften bereit sein, unter dem eigenen Einkaufspreis zu verkaufen. Eine Festsetzung des Tiefstpreises gehört deswegen zur Basisausstattung.

Stammkunde sein mag im stationären Handel von Vorteil sein, beim Dynamic Pricing, zahlt treue Kundschaft aber oft mehr. Die Logik der Anbieter geht davon aus, dass ein Kunde, der nicht über den Umweg einer Suchmaschine kommt, auch bereit ist mehr zu zahlen, wenn er den Shop direkt aufgesucht hat.

Der Fleißige zahlt am wenigsten

Nicht nur Verkäufer profitieren vom Dynamic Pricing, auch Kunden können es. Sie müssen nur die drei folgenden Ratschläge beherzigen:

  • Regelmäßig die Cookies aus dem Browser entfernen. In ihnen wird nämlich gespeichert, welche Webseiten besucht wurden. Das kann sich negativ auf den Preis auswirken.
  • Browser statt App. Weil das Scrollen auf einem Smartphone weniger komfortabel ist, platzieren zum Beispiel Reiseanbieter günstigere Angebote weiter unten. Bemerkt das System, dass der Kunde über einen Internet-Browser am PC kommt, rutschen die günstigeren Angebote weiter nach oben. Am besten einen Gegencheck machen.
  • Preise auf Vergleichsportalen überprüfen – die vielleicht wichtigste Regel. Wer lange sucht, findet fast immer ein günstigeres Angebot.
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Kategorie: Marketing & Vertrieb

von

Holger Schöttelndreier

Freier Journalist und Autor. Jahrelange Erfahrung in Führungspositionen (Print und Online). U. a. Büroleiter BILD, Chefreporter Hamburger Morgenpost, Ressortleitung und Chefredaktion TV Hören + Sehen, Chefredakteur WOM Magazin, Objektleiter Wirtschaftsmedien online Heinrich Bauer Verlag.

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