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Mitarbeiterführung – Beziehungsgrundstein Vertrauen

Vertrauen
Gastbeitrag von Antje Heimsoeth

Vertrauen ist die Basis jeder Beziehung. Und zwar gegenseitiges Vertrauen. Auf einem vertrauensvollen Umgang miteinander beruht der Erfolg als Führungskraft. Auf Vertrauen beruht der Erfolg auf dem Markt. Unternehmen müssen Vertrauen bieten – ihren Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern. Ist das nicht der Fall, werden auch die Beziehungen zueinander nicht von langer Dauer sein.

In Zeiten zunehmender Spezifizierung, Technologisierung und Globalisierung kommt dem Vertrauen eine immer stärkere Bedeutung zu. „Je komplexer eine Gesellschaft wird, desto mehr brauchen wir das Vertrauen, um sagen zu können: Es gibt Menschen und Systeme, denen ich Dinge anvertrauen kann, weil diese damit gut umgehen können,“ formuliert es Martin Schweer, Professor für Pädagogische Psychologie und Leiter des Zentrums für Vertrauensforschung an der Universität Vechta. „Es geht gar nicht um die Frage, ob wir vertrauen wollen oder nicht – wir müssen!“ Von unserer Fähigkeit, anderen und Systemen zu vertrauen, hängt es ab, ob wir mit der Komplexität des Alltags zurechtkommen.

Grundhaltung Vertrauen

In Unternehmen ist Vertrauen eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Mitarbeiterführung. Ganz allgemein und im Besonderen beim Führen von agilen Teams, wo ein hohes Vertrauensniveau zum Schlüsselkriterium für den gemeinsamen Erfolg wird.

Zwei Aspekte unserer Grundhaltung beeinflussen ob und wie jemand vertrauenswürdig wirkt. Zum einen ist es das Welt- und Menschenbild, also das Vertrauen nach außen in seine Umwelt, zum anderen ist es das Selbstbild, das Vertrauen nach innen in sich selbst.

Manche Menschen verfügen über ein tiefes und unerschütterliches Urvertrauen, während andere kaum dazu fähig sind, überhaupt jemandem zu vertrauen. Immer damit verbunden sind starke Emotionen, die das Leben dieser beiden Vertrauenstypen prägen, sei es Zuversicht, Optimismus und Begeisterung oder Angst, Missmut und Hoffnungslosigkeit.

Diese mehr oder weniger stark verankerten Grundhaltungen wirken sich auf das Miteinander mit anderen aus. Das zu erkennen und zu berücksichtigen, zählt zu den diffizilen Herausforderungen beim Führen.

Zum Vertrauen gehört Mut

„In dem Wort Vertrauen steckt aber auch das Wort trauen, sich etwas trauen. Und damit einher geht Mut. Das bedeutet für mich, dass ich einen gewissen Mut brauche, um auf etwas zu vertrauen, was mir nicht bekannt ist,“ definiert Bodo Janssen, Geschäftsführender Gesellschafter der Upstalsboom Hotel + Freizeit GmbH & Co. KG seine Sicht auf das Wort Vertrauen. Indem er auf das aufbaut, was ihm als Mensch bei sich selbst oder bei anderen bekannt ist und dem Mut, darauf zu trauen, was er in einem anderen Menschen nur vermuten kann, sieht er die Grundlage für eine gelingende Beziehung.

Viele Symptome der heutigen Gesellschaft, Wirtschaft oder Politik dagegen sind häufig Ausdruck gestörter Beziehungen. In der Führung braucht es unter anderem Klarheit, Mut und Einfühlungsvermögen. Mut, sich auf Beziehungen einzulassen und Mitarbeitern Vertrauen zu schenken. Und Einfühlungsvermögen, um zu erkennen, zu welchem Typ Mensch – vertrauensvoll oder misstrauisch – einzelne Mitarbeiter gehören.

Die Ressource Vertrauen lässt sich trotz der unterschiedlich ausgeprägten Vertrauensbereitschaft von Mitarbeitern mit einfachen Maßnahmen auf- und ausbauen – vier Schritte helfen Führungskräften dabei:

1. Die eigenen Erwartungen

Vertrauen entsteht gegenseitig. Zu Beginn einer Beziehung sollte deshalb klar sein, was die Erwartungen an eine vertrauensvolle Beziehung sind.

2. Den Anfang machen

Aufgrund ihrer Machtposition sind Führungskräfte immer zugleich Vorbild. Indem sie den ersten Schritt zum Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung machen, geben sie einen Vertrauensvorschuss.

3. Kommunikation von Mensch zu Mensch

Führungskräfte sollten die Chancen nutzen, sich auch informell mit Mitarbeitern auszutauschen. Spontan in der Kaffeepause, beim Essen in der Kantine oder auf der Reise zu einem gemeinsamen Termin spricht es sich über manche Dinge leichter.

4. Fairplay

Unterläuft der Führungskraft ein Fehler und sie steht dazu, wird die eigene Vertrauenswürdigkeit auch nicht in Frage gestellt. Mitarbeiter haben ein feines Gespür dafür. Als fair empfunden werden Aufrichtigkeit, Einhalten von Zusagen und gerechte Beurteilungen anderer.

Glaubwürdigkeit stärkt das Vertrauen

Die Glaubwürdigkeit von Führungskräften ist sehr eng mit ihrem eigenen Verhalten gekoppelt. Je zuverlässiger und korrekter sie sich verhalten, umso stärker ist das Vertrauen, das ihre Mitarbeiter in sie haben.

Die Qualität der Führung kann also einen erheblichen Teil dazu beitragen, Vertrauen im Unternehmen zu etablieren. Neben Authentizität, Fachwissen, Emotionalität, sozialen Kompetenzen, Begeisterung und Glaubwürdigkeit ist die Vertrauenswürdigkeit ein sehr wichtiges Gut von Führungspersönlichkeiten, um Mitarbeiter für sich und ihre Anliegen zu gewinnen.

Sind Vorgesetzte aber nicht kongruent, spüren Mitarbeiter das meist sehr schnell und das Vertrauen schwindet.

Wie viel Dispo hat Ihr Vertrauenskonto?

Führung ist nichts anderes als ständige gegenseitige Beeinflussung. Und diese Beeinflussung findet Niederschlag in der „sozialen Buchführung“.

Nehmen wir an, Vertrauen ließe sich auf einem Konto verbuchen. Wann und durch was zahlen Sie auf Ihr Vertrauenskonto ein? Wann und womit heben Sie etwas davon ab? Sie ahnen es sicher bereits: Einzahlungen schaffen Vertrauen, Abhebungen erzeugen Misstrauen. Sie können das Konto für sich persönlich führen oder für Ihr Verhältnis zu einem Mitarbeiter, für das Vertrauen des Teams in Sie oder in ein Projekt.

Egal, um welches Verhältnis es geht, das Bild des Kontos hilft, sich bewusst zu machen, wie viel Arbeit und wie viel Verlustrisiko im Vertrauensverhältnis steckt.

Vertrauenskultur lohnt sich

Eine Vertrauenskultur aufzubauen lohnt sich in mehrfacher Hinsicht, denn von einem kooperativen Miteinander profitieren beide Seiten: Die Beziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeitern gewinnt, wenn diese – aufgrund ihrer Erfahrungen – vertrauensvoll folgen (können). Andererseits wird die Selbstverantwortung der Mitarbeiter gefördert, da diese nicht mehr als reine Befehlsempfänger agieren (müssen). Ideen und Vorschläge aus ihren Reihen sind erwünscht und werden von Führungskräften aufgegriffen und nach Möglichkeit umgesetzt.

Eine klare und offene Kommunikation vermeidet das Entstehen von Missverständnissen und daraus gezogene falsche Schlüsse. Selbst unbequeme Maßnahmen werden von Mitarbeitern leichter akzeptiert, wenn ihre Sinnhaftigkeit zu erkennen ist. Auch Veränderungen von betrieblichen Abläufen oder Arbeitsprozessen lassen sich auf Vertrauensbasis leichter erzielen. Und es dürfen Fehler passieren. Zumindest dann, wenn die Vertrauenskultur eine entsprechende Fehlerkultur beinhaltet, in der man sich in dem Bewusstsein, sich nach vorne zu entwickeln, traut, etwas Neues zu machen, ohne Sanktionen befürchten zu müssen.

Fazit: Das den Mitarbeitern entgegengebrachte Vertrauen ist die Grundsteinlegung für eine gelebte Vertrauenskultur – und für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Verwendete Literatur:

Die Autorin

Antje HeimsoethDie berufliche Laufbahn von Antje Heimsoeth begann als Geodätin. Heute gehört Sie als erfolgreiche Keynote Speakerin mit hunderten von Vorträgen und Expertin für Mentale Stärke, Motivation, Leadership, Erfolg, Selbstführung und Spitzenleistungen und zehnfache Buchautorin zu den bekanntesten, gefragten und einflussreichsten Mental Coaches von Spitzensportlern, Führungspersönlichkeiten, Vorständen, Spitzenmanagern, Unternehmern und Rednern.

Sie wurde als „Vortragsrednerin des Jahres 2014“, mit dem Award „Erfolgreiche Unternehmerin 2016“, in 2019 mit Top 10 Trainer & Influencer und in 2017 mit TOP 100 Erfolgstrainer (durch das Magazin ERFOLG) ausgezeichnet. Bei Managern und Medien gilt sie als „renommierteste Motivationstrainerin Deutschlands“ (FOCUS).

Bekannt als Radio- & TV-Mental-Expertin, u.a. aus RTL Aktuell, n-tv, Sky, Blickpunkt Sport, hamburg1, Sport1, Bayern 3 Frühaufdreher, Deutschlandfunk und ORF Hörfunk.

Bücher von Antje Heimsoeth

Titel: Vertrauen entscheidet: Die vergessene Basis der Führung*

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Inhalt: Der Kern von Erfolg im Unternehmen und am Markt ist Vertrauen. Unsere Welt und unser Leben wird immer komplexer, transparenter, schneller, vernetzter. Deshalb ist es für die Karriere wichtiger denn je Vertrauen in sich selbst und in andere zu haben und sich selbst etwas zuzutrauen!

Vertrauen ist die Basis dafür, dass Unternehmen agil werden und wirken können. Das gelingt nur, wenn Führungskräfte bereit sind, Verantwortung abzugeben – Vertrauen in die Mitarbeiter vorausgesetzt. Und Mitarbeiter bereit sind, Verantwortung zu übernehmen – das setzt Vertrauen in die Führungskraft voraus. Wie diese positive Spirale in Gang kommt, darüber soll das Buch Auskunft geben.

Gebundene Ausgabe: 248 Seiten
Verlag: Haufe
ISBN-13: 978-3648128909
Preis: 24,95 EUR

Titel: Persönlichkeit verkauft: Mentale Stärke und Motivation im Verkauf*

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Inhalt: Vertrauen ist die Währung des Erfolgs, nicht nur auf dem Rasen. Das Vertrauen in sich selbst, in die vorhandenen Möglichkeiten, in das Interesse des Kunden. Der erste Schritt, um Ihr Potenzial voll auszunutzen, ist der Aufbau von Selbstvertrauen, von Glauben an sich und Ihre Leistungsfähigkeit. Haben Sie einmal darauf geachtet, welcher Natur Ihre Selbstgespräche sind – jene inneren Dialoge, die jeder von uns täglich führt? Gerade vor Herausforderungen wie einer Verkaufsverhandlung ist es von zentraler Bedeutung, ob solche Dialoge positiv oder negativ geprägt sind. Wer vor einer großen Herausforderung steht, schwankt oftmals zwischen Zuversicht und Selbstzweifeln. Das geht Mario Götze im Turnier genauso wie Ihnen vor einer wichtigen Kundenpräsentation. Entscheidend ist, dass die Zuversicht die Oberhand behält. Und das können Sie mit Ihrem inneren Dialog beeinflussen.

Taschenbuch: 158 Seiten
Verlag: C.H.Beck
ISBN-13: 978-3406727146
Preis: 9,90 EUR

Titel: Frauenpower: Mentale Stärke für Frauen*

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Inhalt: Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein sowie ein gutes Selbstmanagement sind Schlüsselfaktoren für den Erfolg – nicht nur im Business. Besonders für Frauen stellen diese Themen eine besondere Herausforderung dar, wenn es darum geht, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Was haben Rallyefahrerin Jutta Kleinschmidt, Tennisqueen Serena Williams und Daniéle Nouy, Chefin der Bankenaufsicht bei der Europäischen Zentralbank, gemeinsam? Sie sind erfolgreiche Frauen, die in entscheidenden Momenten Nervenstärke, Zielstrebigkeit und Selbstvertrauen bewiesen haben. Kurz: Sie sind emotional und mental starke Frauen. Wie kann man diese mentale Stärke erreichen, Unsicherheiten ablegen, sich selbst mögen, sich durch Selbstliebe davor bewahren, zum Spielball von Erwartungen und überfordernden Anforderungen zu werden und sein eigenes Potenzial voll ausschöpfen?

Die Autorin beschäftigt sich mit weiblichen Stolperfallen wie der Selbst-Sabotage und mangelndem Selbstvertrauen, mit unnötigen Hindernissen wie Neid, Vergleichen oder Vorverurteilungen, mit Schönheitswahn und Selbstwert. Dabei zeigt sie, wie sich förderliche Denk- und Verhaltensmuster etablieren lassen, um emotional und mental stärker zu werden. Als erfahrener Mental Coach gewährt Heimsoeth den Lesern Einblicke in die Gehirnforschung, erklärt Wechselwirkungen zwischen Denken und Handeln, widmet sich Fragen der persönlichen Zielsetzung und der Kommunikation. Sie beleuchtet die Wirkung des Umfelds und den Umgang mit eigenen Stärken, regt zur Selbstreflexion an und weist Wege in die Souveränität.

Bestsellerautorin Antje Heimsoeth, Expertin für mentale Stärke und Selbstführung, schaut mit ihrem neuen Buch „Frauenpower. Mentale Stärke für Frauen“ hinter die Kulisse erfolgreicher Frauen und liefert in 16 Kapiteln eine Blaupause für bewusstes weibliches Selbstmanagement. Ein Buch, das mitten ins Herz herrschender Debatten und Debakel trifft.

Taschenbuch: 266 Seiten
Verlag: Springer
ISBN-13: 978-3658204303
Preis: 19,99 EUR

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