Marketing & Vertrieb
Schreibe einen Kommentar

Ansätze zur Prozessoptimierung im Bereich Online Marketing für KMUs

Webpräsenz / Online-Marketing
Gastbeitrag von Khoa Nguyen

Kleinunternehmen und mittelständische Betriebe machen in Deutschland zahlenmäßig über 99% aller Unternehmen aus. Umsatztechnisch gesehen machen Großunternehmen über 50% aller Gesamtumsätze in Deutschland aus. Ein großer Spielraum bei den Budgetausgaben für Innovationen, Digitalisierung und Technik zur Verbesserung der Prozesse und damit einhergehend auch zur Steigerung des Umsatzes ist dabei eine Selbstverständlichkeit in diesem Umfeld.

Hier könnte Ihre Werbung erscheinen!

Bei KMUs ist die Entwicklung allerdings noch nicht so fortgeschritten. In den Medien liest man immer wieder, dass die Digitalisierung bei KMUs noch wenig effizient gestaltet ist. Der Bereich Online Marketing ist im Zeitalter der Digitalisierung ein wichtiges Instrument, um Kunden zu erreichen.

Doch wie lassen sich hier Prozesse effizient managen?

KMUs und Online Marketing – ein Pärchen, das sich noch finden muss

Hier könnte Ihre Werbung erscheinen!

Bei KMUs sehen Investitionen in technologische Fortschritte, Digitalisierung und effiziente Multi-Channel Strategien ein wenig anders aus als bei Großunternehmen oder Konzernen, wo das Budget viel höher ist. Wenn man nur einen Teilbereich der Online Marketing Welt betrachtet und die Zurückhaltung bei bezahlten Kanälen oder bei der Optimierung der eigenen Webpräsenz mit den Resultaten bei der Auffindbarkeit in den Suchmaschinen ansieht, dann besteht noch enormer Nachholbedarf.

Rund 600 Tausend KMUs sind im Handel tätig. Das ist ein wettbewerbsintensiver Markt. Im Internet dominieren Amazon, Ebay, Fachmarktketten wie Media Markt oder Empfehlungsportale die Suchmaschinenwelt.

In Marketingabteilungen kleiner und mittelständischer Unternehmen sind Online Marketing Abteilungen eher dünn gesiedelt.  Das kann verschiedene Gründe haben wie eingeschränktes Budget, wenig Know-How auf breiter Basis, Einschätzung von Online Marketing Kanälen als risikofreudige Investition. Oder man setzt überwiegend auf Printwerbung oder mündliche Empfehlungen, was durchaus willkommen ist!

Die große Frage, die man sich stellen würde, wäre: wie kann man Online Marketing in Prozessen optimieren?

Ein Ansatz wäre der Weg der Automatisierung bestimmter Teilbereiche, um operative Prozesse nicht rund um die Uhr betreuen zu müssen und um Innovationen in die Wege zu leiten, mit denen Unternehmen sich deutlich von der Konkurrenz abheben.

Hier sind deshalb einige generelle Ansätze, die vor allem die Prozesse und die innerbetrieblichen Entwicklungen in den Fokus rücken.

Tipp 1: Abteilungsübergreifende Kommunikation fördern

Die IT kennt sich mit Programmiersprachen, Skripten und Anwendungsprogrammen sehr gut aus. Die Marketingabteilung kennt Wege und Strategien, um Produkte und Dienstleistungen direkt an die Kunden zu verkaufen. Doch mitunter sind auch Problemlösungen gefragt, die das Knowhow von zwei oder mehreren Abteilungen erfordern. Je komplexer, zeitaufwändiger und spezieller die Anforderungen werden, umso mehr Erklärungsbedarf ist gegenüber den zuständigen Mitarbeitern der anderen Abteilung nötig.

Angenommen Dienstleistungen oder Produkte sollen als Werbung automatisiert über die Werbeplattformen im Internet wie z.B. über Google Ads oder Facebook laufen. Dann sind unter Umständen IT-Kenntnisse in PHP und anderen Sprachen der Programmierung nötig. Facebook Werbeanzeigen können manuell mit Textanzeigen erstellt werden. Das kostet aber Zeit und deckt nicht alle gewünschten Produktfelder auf absehbare Zeit ab. Die Werbungen können aber auch in großer Masse automatisiert hochgeladen werden, wenn die Daten in den URLs enthalten sind und der Programmierer kann bei entsprechender Programmierung mit den Schnittstellen zwischen der Facebook Plattform und seiner Entwicklungsumgebung für das automatische Hochladen sorgen.

Ein großes Risiko kann hier bestehen: die Kenntnis über die Anforderungen und Wünsche der anderen Abteilung kann bei mangelnder Kommunikation auf der Strecke bleiben. Deshalb ist es wichtig, eine abteilungsübergreifende Kommunikation durch Zusammenarbeit an gemeinsamen Projekten voranzutreiben. Die Zusammenarbeit muss sich dabei nicht auf fixe Meetings in der Woche beschränken. Sie sollte bei Bedarf ohne große Umwege durch kurze Kommunikationswege erfolgen. Durch eine stärkere Intensität der Zusammenarbeit lassen sich innovative Lösungsansätze, kreative Ideen sowie neue Strategien ausarbeiten. Zuständige Projektmanager oder Abteilungsleiter stehen in der Pflicht, die Kommunikation zielgerichtet und effizient zu managen, um Unklarheiten im Vorfeld aus dem Weg zu räumen.

Tipp 2: Individuallösungen im Unternehmen fördern

Heutzutage gibt es für jede kleine Problemstellung im Unternehmen das passende Werkzeug und das passende Modul dazu.

Am Beispiel der vielfältigen Welt der Suchmaschinenwerbung lässt sich schnell die Problematik erkennen: für Content Analysen gibt’s Tools für mehrere hundert Euro, für Technik Checks sind unzählige Tools am Markt, wovon gleich eine Auswahl an kostenpflichtigen Tools für verschiedene Verwendungszwecke hergenommen werden. Diese werden für eigene Analysen im Online Marketing Team genutzt oder aber auch vor Kunden beispielsweise bei Präsentationen vorgeführt. Werden Rankingpositionen von Keywords, Anzahl indexierter Seiten oder die Sichtbarkeitsentwicklung von Seiten gemessen, setzt man gern auf den großen Umfang der Funktionen der großen Tool-Anbieter. Dazu zählen Sistrix, Searchmetrics oder Linkresearchtools, um mal einige hervorzuheben. Die Tools werden von Unternehmen angeboten, die selbst einen engen Austausch zwischen IT und Online Marketing Manager pflegen.

Gerade in der Technikanalyse gibt es aufgrund der breiten Fülle an Bereichen im Online Marketing eine Vielzahl an Online Marketing Tools. Die Tools sind speziell für Entwickler, IT-ler und Online Marketing des Unternehmens oder der Agentur entwickelt, decken aber nicht alle Anforderungen ab. Somit bleibt keine andere Wahl, als viele Softwarelösungen gleichzeitig zu nutzen. Und sogar für Google Ads greifen Marketing Manager zu kostenpflichtigen Tools, die bequem nach Zielvorgabe die Kampagnen steuern.

Wir haben uns daran gewöhnt für jede kleinste Problemstellung die passende Lösung am Markt zu kaufen. Dadurch fallen selbstverständlich monatliche Fixkosten für externe Tools von Anbietern an.

Eine Möglichkeit den technischen Fortschritt im Betrieb noch stärker zu fördern, ist der Fokus auf eigenentwickelte Lösungen. Das nimmt natürlich viel mehr Zeit in Anspruch und Entwickler müssen sich mit der Komplexität und den jeweiligen Anforderungen auseinandersetzen. Doch wenn die Prozesse erstmal anlaufen und Software Entwickler sich mit den Herausforderungen auseinandersetzen, bleiben bei künftigen Entwicklungen in diesem Bereich keine Wünsche mehr offen, die ein anderes kostenpflichtiges Tool womöglich erfüllen kann.

In diesem Sinne ist es keine schlechte Option, eine sogenannte Definition of Done Liste oder kurz DoD zu erstellen. Die DoD bezeichnet eine Liste an Fertigstellungskriterien, die an das Entwicklerteam geht und vom Product Owner als Wunschziel definiert wird. In einem selbst definierten Prozess können somit ausführliche Dokumentationen über den Fortschritt sowie Feedback zum Test gegeben werden.

Beispiel:

Um die Qualität und die Performance einer neu entwickelten App zu testen, soll eine eigenentwickelte Cloudlösung als Entwicklungsplattform integriert werden. Damit kann unter anderem das Nutzerverhalten auf der App klar gemessen werden. Bevor so ein System live geht, müssen vorher festgelegte Kriterien erfüllt werden. Die Kriterien sind dabei sehr individuell und abhängig vom Product Owner oder der zuständigen Person, die es in Auftrag gegeben hat. Zum Beispiel sind die Interaktionen auf der App durch Klicks zu sehen, die Verweildauer ist deutlich erkennbar oder das Herkunftsland des Nutzers ist ersichtlich. Ob die Kriterien erfüllt sind, liegt in der Verantwortung der Entwickler. So kann eine DoD beispielhaft aussehen:

  1. Die Erfüllungskriterien wurden alle erfüllt.
  2. Der Code ist fertiggestellt und auf der Staging Plattform zur Prüfung ersichtlich.
  3. Eine lückenlose Dokumentation wurde angelegt.
  4. Der Code wurde bei der Programmierung durch eine dritte Person geprüft.
  5. Die Online Marketing Abteilung hat die Tests durchgeführt und dabei wurden keine kritischen Fehler gefunden.
  6. Es gibt keine kritischen Fehler oder Bugs.

Erst wenn alle Punkte erfüllt sind, kann das System live gehen. So wird vermieden, dass Fehler beim Live Gang vorhanden sind.

In solche Prozesse werden in der Regel zuständige Manager, der Geschäftsführer sowie Projektmitarbeiter einbezogen.

Tipp 3 Austausch von Wissen mit externen Partnern und Dienstleistern fördern

Die Arbeitswelt verändert sich und mit ihr auch der Grad der Komplexität bei digitalen Prozessen. Es reicht längst nicht mehr aus, ausschließlich auf altbewährte Methoden zu setzen, die sich schon immer bewährt haben. Wer nur mit Standardprozessen die Prozesse steuert, wird vielleicht seine Aufgaben reibungslos erledigen. Aber ein hoher Grad an Innovation sowie das Streben nach neuen Methoden, um Arbeitsabläufe zu verbessern, können womöglich auf der Strecke bleiben.

Nicht immer können automatisierte Arbeitsprozesse innerhalb eines Betriebs entwickelt werden, wenn die nötige Fachkompetenz fehlt. Das fachspezifische Wissen von externen Beratern, Freelancern oder IT-Experten kann die Prozesse verbessern. Voraussetzung ist allerdings, dass Partner und Dienstleister nicht als befristete Interim Manager behandelt werden, sondern bei Bedarf zu wichtigen strategischen Partnern werden.

Der Bereich Online Marketing lebt von einer unvergleichlichen Dynamik, in dem jeden Tag sich ständig etwas verändert. Mit den wachsenden Anforderungen wird fachspezifisches Wissen immer wichtiger. Nun sind im Online Marketing nicht nur schön geschriebene Texte oder Verweise von anderen Seiten alleinige Erfolgsfaktoren. Auch statistische Klickraten müssen prognostiziert werden, um betriebswirtschaftlich zu denken. Kenntnisse über JavaScript und programmiertechnische Skills werden von Fachexperten benötigt. Und auch bei der Entwicklung von neuen, komplexen Produkten sind externe Fachkräfte wichtig. Damit die Zusammenarbeit glatt verläuft, müssen Dienstleister wie langfristige Partner angesehen werden.

Tipp 4 Wissenstransfer im Unternehmen fördern

Bei all den täglich anstehenden Aufgaben ist das Tagesgeschäft mit den Kunden natürlich von hoher Priorität. Da bleibt im hektischen Arbeitsleben nicht immer Zeit, den Wissenstransfer im Unternehmen stärker zu fördern.

Doch Wissenstransfer ist von hoher Bedeutung. Die Mitarbeiter können das Wissen zum einen erfolgreich auf Kunden anwenden und zum anderen fördert neu generiertes Wissen im Optimalfall auch die Teamkoordination.

Bei erfolgreichem Wissenstransfer innerhalb des Teams oder durch Schulungen oder Seminare von außerhalb können sich die Mitarbeiter auf bestimmte Gebiete spezialisieren, weil sie sich mit einem fachspezifischen Thema auseinandergesetzt haben. Wir haben hier auf diese Weise verschiedene Fachexperten, die sich durch Zusammenarbeit in einem Team oder in einem Projekt ergänzen und ihr Fachwissen austauschen. Das facettenreiche Feld der Suchmaschinenoptimierung bietet beispielsweise mit den Bereichen Technik, Content und Linkbuilding drei überschaubare Bereiche. Doch innerhalb dieser drei Bereiche sind die Themenfelder viel breiter. Nicht mal ein langjähriger SEO Online Marketing Experte ist überall auf dem neuesten Stand. Von daher kann es im Unternehmen von Vorteil sein, dass Mitarbeiter A sich mit JavaScript Technik gut auskennt, Mitarbeiter B sich vor allem mit Content Marketing Strategien auseinandersetzt und Mitarbeiter C  sich in Sachen Linkbuilding Expertenwissen angeeignet hat.

In gemeinsamen Projekten  können auf diese Weise neue Innovationen oder  Ideen in die Gesprächsthemen einbezogen. Im Online Marketing sind Schulungen, aber auch der Besuch von Konferenzen wie die SMX, SEOKomm und ähnliche Seminare daher Gold wert. Diese Investition in die Bildung der Mitarbeiter zahlt sich aus. Wissenstransfer sollte Teil der Unternehmenskultur sein. Der Geschäftsführer entscheidet dabei, wie Wissen effizient im Unternehmen vermittelt wird und es ist auch mitunter eine betriebswirtschaftliche Fragestellung, wieviel Budget für Wissen den zuständigen Mitarbeitern garantiert wird.

Hier könnte Ihre Werbung erscheinen!

Vorausblick auf die Zukunft im Automatisierungsprozess

Viele Unternehmen wollen Arbeitsprozesse automatisieren. Doch es scheitert meist nicht an der fehlenden Fachkompetenz, sondern auch in der Gestaltung des Managements. Effizientes Management und Teamkoordination sind zwei wichtige Säulen, um Prozesse voranzutreiben und um langfristig das Unternehmen am Markt nachhaltig zu positionieren.

Der Autor

Khoa NguyenKhoa Nguyen ist seit 2019 Online Marketing Berater & SEO Freelancer und unterstützt im Umfeld der KMUs Kunden bei der Erstellung von Webseiten sowie im Suchmaschinenmarketing.

Er entwickelt ganzheitliche Strategien, um mehr Besucher auf die Internetseiten zu lenken.

Online-Marketing

Pin it!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Wenn Du wissen möchtest, welche Daten wir beim Hinterlassen eines Kommentars speichern, schau bitte in unsere Datenschutzerklärung.