Das kleine 1×1 der Rechnungswesen-Begriffe – Einzahlung, Einnahme, Ertrag und Leistung (1)

Das kleine 1x1 der Rechnungswesen-Begriffe – Einzahlung, Einnahme, Ertrag und Leistung (1)

Foto: Kurt Michel / pixelio.de

Nachdem wir uns im vergangenen Frühjahr mit den Begriffen „Auszahlung, Ausgabe, Aufwand und Kosten“ herum geschlagen haben, folgt jetzt endlich die Fortsetzung der Grundbegriffe des Rechnungswesens: „Einzahlung, Einnahme, Ertrag und Leistung“!

Auch wenn diese Begriffe im Alltag oft synonym verwendet werden, sie haben unterschiedliche Bedeutungen!

Im Folgenden erkläre ich kurz diese Grundbegriffe aus dem Rechnungswesen und deren Unterschiede. Gut zu wissen, wenn man kompetent mitreden will ;-)

Weil die ersten beiden Teile dieser Rechnungswesen-Serie ja schon etwas her sind, hier noch einmal die Grundlagen zu den Begriffen und Ihren Unterschieden:

Grundlagen

Im betrieblichen Rechnungswesen werden folgende Begriffspaare verwendet:

  1. Einzahlungen – Auszahlungen
  2. Einnahmen – Ausgaben
  3. Ertrag – Aufwand
  4. Leistung – Kosten

Bei allen diesen Begriffen handelt es sich um sogenannte „Strömungsgrößen“, d.h. um Zahlungs- bzw. Leistungsvorgänge, die sich innerhalb einer bestimmten Periode ereignen. Sie führen jeweils zu einer Veränderung von „Bestandsgrößen“, wobei die positiven zu einer Erhöhung und die negativen zu einer Bestandsverminderung führen. Jedes der Begriffspaare bewirkt dabei Veränderungen eines anders definierten Bestands.

Folgende Bestände werden dabei betrachtet:

  • Zahlungsmittelbestand = Kassenbestand + jederzeit verfügbares Bankvermögen = Veränderung durch Einzahlungen & Auszahlungen
  • Geldvermögen = Zahlungsmittelbestand + kurzfristige Forderungen – kurzfristige Verbindlichkeiten = Veränderung durch Einnahmen & Ausgaben
  • Gesamtvermögen = Geldvermögen + Sachvermögen = Veränderung durch Ertrag & Aufwand
  • Betriebsnotwendiges Vermögen = Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (Sachgüter / Dienstleistungen) – dafür erforderlicher Werteverzehr = Veränderung durch Leistung & Kosten

Unterschied zwischen Einzahlung, Einnahme, Ertrag und Leistung

Diese 4 grundlegenden Begriffe des betrieblichen Rechnungswesens werden in der Umgangssprache gerne synonym verwendet. Die Unterschiede sind jedoch wichtig, wenn man ein vernünftiges Kostenrechnungs-System aufbauen und verstehen möchte.

Hier wie gehabt zunächst eine grobe Übersicht des jeweiligen Begriffs und der Unterschiede zur jeweils nächsten Stufe, Beispiele für die einzelnen Begriffe gibt’s natürlich danach auch ;-)

Einzahlung

Jeden Vorgang bei dem der Zahlungsmittelbestand des Unternehmens zunimmt nennt man Einzahlung.


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Bei der Einzahlung geht es also um die reine Zahlungsmittelbewegung in das Unternehmen hinein. Dies kann mit einer Einnahme zusammenfallen, muss es aber nicht.

Einnahme

Jeden Vorgang bei dem das Geldvermögen des Unternehmens zunimmt, nennt man Einnahme.

Dabei sind Einnahmen die in „Geld“ ausgedrückten Sachwerte und Leistungen, die das Unternehmen an den Markt abgibt. Wann der Zahlungsmittelfluss stattfindet ist dabei unerheblich (Vorauskasse, Zahlung auf Ziel oder Sofortzahlung, alles ist möglich).

Beziehungen zwischen Einzahlung & Einnahme

Es sind drei Fälle möglich:

1. Einzahlung ohne Einnahme (Neutrale Einzahlung)

Hierbei handelt es sich z.B. um die Zahlung von bestehenden Forderungen bei denen die Leistung in der Vorperiode erfolgte oder die Aufnahme eines Kredits (d.h. der Zahlungsmittelbestand vermehrt sich & die Forderungen vermindern sich = in der Summe bleibt das Geldvermögen unverändert).

Merkmal: Leistungs- & Zahlungszeitpunkt liegen in unterschiedlichen Perioden oder es erfolgt zwar eine Zahlung, aber das Unternehmen gibt im Gegenzug keinen Sachwert / Dienstleistung ab (Beispiel Bartilgung eines vom Unternehmen gewährten Kredits).

2. Einzahlung = Einnahme

Das ist der einfachste Fall: Wir erhalten die Zahlung für eine Leistung, die Auslieferung erfolgte in der gleichen Abrechnungsperiode. Der klassische Fall hier ist der Barverkauf einer Leistung.

Merkmal: die abgegebene Leistung wird in derselben Periode bezahlt.

3. Einnahme ohne Einzahlung (kalkulatorische Einnahme)

Auch hier fallen Leistungs- und Zahlungszeitpunkt auseinander. Gewähren wir zum Beispiel unserem Kunden ein Zahlungsziel, d.h. er muss die erhaltene Leistung erst in der nächsten Abrechnungsperiode bezahlen, so nehmen zwar die Forderungen zu und damit auch unser Geldvermögen, ein Zahlungsfluss entsteht allerdings erst in der nächsten Periode.

Merkmal: Wir geben Leistungen ab, aber bezahlt werden diese noch nicht.

Fazit

Ganz schön verwirrend, oder? Daher machen wir auch für heute Pause und die Erklärung der Begriffe Ertrag und Leistung folgt in den nächsten Artikeln ;-)

Mehr Informationen

Mehr Infos findet ihr in der Kategorie „Controlling“ oder in den anderen Teilen der Serie über die Grundbegriffe des Rechnungswesens:

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Heike Lorenz

Diplom-Kauffrau und Kulturmanagerin. 15 Jahre Erfahrung als kaufmännische Projektleiterin in verschiedenen Kulturbetrieben und Eventagenturen. Seit 2005 selbständig als freiberufliche Unternehmensberaterin im Bereich Organisation, Controlling und Projektmanagement. Schwerpunkte: kleine und mittelständische Unternehmen aus dem Dienstleistungsbereich. Mehr unter LORENZ consultants.

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