
Auf dem Weg in die Selbstständigkeit lauern viele Fallen. Sollte die Geschäftsidee nicht funktionieren, ist das bitter. Eine Abwicklung ist aber kaum vermeidbar, wenn selbst Modifikationen nichts bringen.
Andere, mitunter tödliche Fehler lassen sich dagegen vermeiden.
Inhalt
- 1. Alles allein machen wollen
- 2. Ungeduldig sein
- 3. Zu perfektionistisch sein
- 4. Markenrechte verletzen
- 5. Die Idee löst kein Problem
- 6. Falsche Mitarbeiterwahl
- 7. Idee ohne Geschäftsmodell
- 8. Zu früh Personal einstellen
- 9. Keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen
- 10. Kosten unterschätzen
- 11. Wertloses Feedback
- 12. Griff in die Schatulle
- 13. Durcharbeiten
- 14. Juristisch unvorbereitet sein
- 15. Nicht anfangen
- Weitere Inspirationen für Gründer
1. Alles allein machen wollen
Niemand weiß besser, um was es geht – also lieber selbst machen.
Falscher Schluss. Besser ist, sich auf die eigenen Stärken konzentrieren und lernen, effektiv zu delegieren. Das muss man früher oder später sowieso können.
Wie das geht, lest ihr hier:
Delegieren – so geht’s!2. Ungeduldig sein
Eine fixe Idee im Kopf und sofort losgespurtet, es könnte ja ein anderer auf die gleiche Idee kommen.
„Start-ups sind ein Marathon, kein Rennen“, sagt Lucas Carlson vom Podcast Craftsmanfounder.com. Jeder Schritt einer Gründung muss durchdacht und durchgerechnet werden, sonst geht schnell die Puste vor dem Ziel aus.
3. Zu perfektionistisch sein
Hier noch ein Detail, da noch eine Ecke und oben ein bisschen Glitzer. Es gibt immer noch etwas zu verbessern. Die Frage ist nur, ob wirklich alles für den Geschäftserfolg erforderlich ist.
Auf das Wesentliche konzentrieren. Anstatt sich mit Arbeit aufzuhalten, welche keinen sinnvollen Mehrwert schafft, sollte man besser den eigenen Perfektionismus einschränken und die „gewonnene” Zeit für wesentlichere Aufgaben verwenden.
Wie das geht, lest ihr hier:
Zeit sinnvoll einteilen!4. Markenrechte verletzen
Pfiffige Idee, schmissiger Name – nur verletzt der das Markenrecht.
Wer in Deutschland zum Beispiel seine Kneipe „Ballermann“ nennen will, verletzt damit eine eingetragene Marke. Schadenersatz, Prozess- und Anwaltskosten drohen. Unbedingt vorher beim Deutschen Patent- und Markenamt recherchieren. Auch nach ähnlichen Wort- und Bild-Marken suchen.
5. Die Idee löst kein Problem
Das Geschäftsmodell baut auf einer Lösung auf, für die es in der Realität kein echtes Problem gibt.
Die Kunden oder Nutzer brauchen einen Mehrwert für ihr Leben, sonst haben sie keinen Grund, das Produkt zu erwerben. Fehlt diese Komponente, wird es schwer, einen wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen.
Laut DIHK-Gründer-Report haben 41 Prozent der Unternehmen Schwierigkeiten, den Nutzen ihrer Geschäftsidee zu beschreiben.
6. Falsche Mitarbeiterwahl
In der Gründungsphase sind unpassende Mitarbeiter (oder Partner) Gift für den Erfolg.
Deswegen auf keinen Fall kostengünstigere, aber weniger qualifizierte Leute einstellen.
Die Firma kann immer nur so gut sein wie ihre Mitarbeiter.
7. Idee ohne Geschäftsmodell
Eine verrückte Idee ist noch kein tragfähiges Geschäftsmodell (siehe Punkt 5).
Das muss aus einer – gerne auch – verrückten Idee heraus entwickelt und auf seine Plausibilität geprüft werden.
Wie das geht, lest ihr hier:
Gründerfahrplan (4): Geschäftsmodell ausarbeiten8. Zu früh Personal einstellen
Ein Unternehmen ohne Aufgaben braucht keine Vollzeit-Mitarbeiter.
Mitarbeiter müssen arbeiten. Klingt banal, aber wer als Gründer eine Sekretärin nur für zehn Stunden im Monat braucht, sollte dafür niemanden mit einer 40-Stunden-Woche einstellen.
Am Anfang deswegen besser mit freien Mitarbeitern auf Honorarbasis arbeiten.
9. Keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen
Sozialabgaben sind Basics und kein Luxus.
Eigentlich sind Sozialabgaben eine Selbstverständlichkeit, das gilt unter Umständen auch für das Beschäftigungsverhältnis des Gründers mit seiner Company. Der ist in der Regel nur dann nicht sozialversicherungspflichtig, wenn er mehr als die Hälfte der Anteile hält.
10. Kosten unterschätzen
Nicht alle Kosten zu kennen, kann fatal enden.
Wer beim Businessplan nicht wirklich alle Kosten wie Miete, Gehälter, Marketing-Aufwendungen, Verpflegungs- und Reisekosten sowie den Eigenbedarf der Gründer penibel aufgelistet hat, läuft Gefahr, dass ihm finanziell die Puste ausgeht.
Unter den 20 häufigsten Gründen, woran Start-ups scheitern, steht Unterfinanzierung an Position 2!
11. Wertloses Feedback
Wer nur im Familien- oder Freundeskreis Marktforschung für seine Idee betreibt, weiß danach genauso wenig über den möglichen Erfolg wie vorher.
Objektive und vor allem auch kritische Instanzen dagegen können wertvolles Feedback geben. Am Ende entscheidet ohnehin nur eine Instanz: der Kunde.
12. Griff in die Schatulle
Unternehmer sein heißt nicht automatisch Besserverdiener zu sein.
Unternehmer zu sein ist oft auch der Versuch, sich die Chance zu erarbeiten, gut oder sehr gut zu verdienen. Doch das ist keine Selbstverständlichkeit, die mit dem Eintrag ins Handelsregister eingeht. Am Anfang kann es passieren, dass der Chef weniger verdient als die Angestellten.
13. Durcharbeiten
Entrepreneur-Romantik sieht vielleicht vor, dass 25-Stunden-Tage mit Pizza und Cola erstrebenswert sind, aber sie gehen auf Dauer schnell zulasten der eigenen Leistungsfähigkeit.
Gilt nicht direkt für den Start, aber ein großes Hamburger Verlagshaus vertritt das Credo: Wer regelmäßig Überstunden macht und seinen Jahresurlaub nicht nimmt, kann sich nicht organisieren.
Wovor sich Gründer sonst noch selbst beschützen müssen, lest ihr hier:
Lektionen aus der Selbstständigkeit14. Juristisch unvorbereitet sein
Rechtsstreitigkeiten können wichtige Kräfte binden.
Die Website startup.de, ein Gründerportal der Nexus AG, hat fehlende rechtliche Beratung auf Platz 1 der Gründerfehler gesetzt. Im Zweifel alles mit einem Anwalt besprechen.
15. Nicht anfangen
Viele Menschen haben Ideen. Unternehmer werden nur die, die sie wirklich umsetzen.
Mit einem Online-Buchshop hat es Jeff Bezos zum reichsten Mann der Welt gebracht. Der Amazon-Gründer hat es gewagt, seine Idee zu verwirklichen und wurde reich dafür belohnt.
Zögern und Zaudern ist Gift für eine gute Idee!
Weitere Inspirationen für Gründer
Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, dein eigenes Businessprojekt zu starten! Mach jetzt den ersten Schritt und schreib deine Idee auf! Lass dich dabei nicht von der Vorstellung bremsen, du müsstest das Ganze noch heute bis ins kleinste Detail planen.
Das Wichtigste ist: Stoße jetzt den ersten Stein um. Starte mit einem kostenlosen Account auf der Gründerplattform. Danach stößt du viele Steine um!
Leg einfach los!
Der Gründerfahrplan
In Zusammenarbeit mit der gruenderplattform.de von KfW und BMWi begleitet der Gründerfahrplan Unternehmer auf dem Weg in die Selbstständigkeit. In 15 Beiträgen werden die wichtigsten Stationen auf dem Weg zum eigenen Unternehmen erläutert.
Vom ersten Gedanken bis zum ersten Kunden, vom Business-Plan bis zur Gewerbeanmeldung – Step by Step in die Selbstständigkeit, wir helfen euch dabei!
Den kompletten Gründerfahrplan findet ihr hier:
Gründerfahrplan
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Kein Wort über Marketing, Online-Marketing, die Kosten, die das mit sich bringt – das ist dann der 16. Fehler, und der entscheidende, den GründerInnen meiner Erfahrung nach immer wieder machen.
Vielleicht ergänzt Ihr den Artikel um diesem Punkt? Oder erklärt, warum dieser Bereich von Euch nicht erwähnt worden ist.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Joachim Olczyk
Guten Abend Herr Olczyk,
erklären wir gern :-)
1. Weil es im Punkt „10. Kosten unterschätzen“ drin steht.
2. Weil es dazu in der Serie Gründerfahrplan einen kompletten eigenen Beitrag gibt: https://das-unternehmerhandbuch.de/gruenderfahrplan-kunden-finden/
Schönen Abend noch & viele Grüße
Heike Lorenz