Existenzgründung, Marketing & Vertrieb
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Was Sie bei der Gründung eines Online-Shops bedenken sollten

Online-Shop

Der Onlinehandel boomt. Das führt nicht nur dazu, dass immer mehr Menschen im Internet bestellen, sondern auch, dass immer mehr Händler online verkaufen.

Man kann sich großen Handelsplattformen wie eBay und Amazon anschließen oder sich mit einem eigenen Online-Shop davon unabhängig machen. Wir erklären, was Sie bei der Gründung eines eigenen Online-Shops bedenken sollten.

Ein Online-Shop ist heute schnell erstellt, auch wenn man selbst nicht über Programmierkenntnisse verfügt. Viele Anbieter bieten einfache Softwarelösungen an, die sich in vielerlei Hinsicht individualisieren lassen. Da heute meist über monatliche Nutzungspauschalen abgerechnet wird, sind auch die Investitionskosten für den Online-Shop selbst überschaubar. Entsprechend beliebt ist die Shop-Eröffnung bei Existenzgründern.

Viele dieser Gründer übersehen jedoch, was mit einem Versandhandel alles zusammenhängt. Weil die Erstellung des Online-Shops so einfach ist, wird damit in der Regel gleich gestartet. Die Fixkosten für Shopsystem und Hosting beginnen zu laufen, wenngleich sie auf den ersten Blick überschaubar sind.

Wohin mit der eingekauften Ware?

Selbst wenn der Einkauf bereits sichergestellt ist, also Bezugsquellen für die Produkte existieren, darf man die Logistik nicht vergessen.

Wer sich nicht auf ein oder zwei kleine Produkte beschränkt, die man anfangs auch aus dem Keller oder der Garage verkaufen kann, der braucht womöglich Lagerfläche. Spezialisierte Online-Shops wie autodoc.de, die eine Vielzahl an Autoteilen für eine Vielzahl von Modellen vorhalten müssen, oder der Lebensmitteldiscounter Lidl, der jetzt auch online versendet, brauchen große Lagerkapazitäten, die viel Geld kosten.

Umsatz durch E-Commerce (B2C) in Deutschland in den Jahren 1999 bis 2017 sowie eine Prognose für 2018 (in Milliarden Euro)
Jahr Umsatz in Milliarden Euro
1999 1,1
2000 1,3
2001 1,6
2002 2,2
2003 3,0
2004 4,4
2005 6,4
2006 8,4
2007 10,4
2008 12,6
2009 15,6
2010 20,2
2011 24,4
2012 28,0
2013 32,0
2014 35,6
2015 39,9
2016 44,2
2017 48,9
2018 53,6
Quelle: Statista/HDE

Auch die Logistik ist ein großer Kostenfaktor. Wer neu anfängt, hat meist noch überschaubare Paketzahlen, doch auch für kleine Gewerbekunden gibt es bei den Paketdiensten deutlich günstigere Tarife als die Endverbraucherpreise. Verpackungsmaterial lässt sich bei der Anlieferung recyceln. Wenn die Stückzahlen größer werden, muss dafür ein günstiger Produzent gefunden werden.

Ohne Marketing keine Verkäufe

Die Hauptausgaben verschlingen in der Anfangszeit die Marketingkosten, die meist heillos unterschätzt werden. SEO für Shops ist zeitaufwendig. Kategorien und Produkte brauchen gute Produktbeschreibungen, die Google und Käufer gleichermaßen ansprechen. Wenn der Hersteller keine Produktfotos liefert, muss ein Fotograf beauftragt werden.

Auch die Abrechnung darf nicht unterbewertet werden. Kunden brauchen Rechnungen, das Finanzamt will die Umsatzsteuer erhalten, gleichzeitig will man als Händler seine Vorsteuer zurückbekommen. Oft erfolgt die Zahlungsabwicklung über diverse Zahlungsmittel, was das Ganze noch komplizierter macht. Ein Steuerberater kostet zwar Geld, ist aber für viele Gründer eine große Erleichterung. Auch weil er die Zahlen im Blick behält und frühzeitig warnt, wenn die Finanzen in die falsche Richtung schlittern.

1 Kommentare

  1. Interessanter Artikel zur Selbstständigkeit mit einen Online-Shop! Wer sich in ein solches Abenteuer stürzt hat auf jeden Fall die Zeichen der Zeit erkannt. :)

    Ich arbeite für das Rechnungsprogramm Debitoor und viele unserer Nutzer betreiben einen Online-Handel.

    Buchhaltungssoftwares können Online-Shop-Gründern so einiges erleichtern und noch dazu spart man an den Steuerberaterkosten. Denn über ein Rechnungsprogramm kann man beispielsweise:

    – professionelle Rechnungen schreiben und verschicken,
    – Kunden- und Produktdaten aus dem eigenen Online-Shop importieren,
    – den Überblick über seine Ein- und Ausnahmen behalten,
    – das Reverse-Charge Verfahren für Lieferungen ins EU-Ausland nutzen
    – und die Umsatzsteuervoranmeldung ans Finanzamt schicken.

    Einen Steuerberater braucht man natürlich trotzdem, aber dann hauptsächlich zum Jahresabschluss. Denn eins ist sicher: Auch ein komplexes Thema wie die Buchhaltung ist für Gründer zu bewältigen. :)

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