Existenzgründung, Versicherungen & Banken
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Existenzgründung mit Kapital aus der Lebensversicherung

Versicherung

Schaut man so auf die Statistik, sind wir Deutschen ja stinkreich. Nahezu 1,7 Billionen Euro besitzen die privaten Haushalte an Bargeld und Spareinlagen oder -briefen. Das macht über 21.000 Euro für jeden Einwohner – vom Säugling bis zum Greis. Beim Blick auf das eigene Konto stellen dann die meisten fest, dass die Vermögen ungleich verteilt sind.

Ein Umstand, der dann besonders unbefriedigend ist, wenn man sich gerade selbständig machen will und Kapital braucht.

Selbständig machen? Super Idee! Wenn Sie eine Superidee haben. So eine von der Sorte, mit der Sie künftig in der Multi-Millionen-Liga mitspielen können. Dann dürfen Sie sich Hoffnung auf ordentlich Geld von ausgebufften Wagniskapital-Gebern machen. Anders, wenn Sie nur eine „Es geht so“-Idee haben. So eine, mit der Sie den eigenen Lebensunterhalt erwirtschaften wollen, und vielleicht den von ein paar Mitarbeitern. Dann braucht’s oft einen ganz normalen Kredit, so von der Bank.

Die Suche nach Startkapital

Vielleicht haben Sie sich bereits eine Abfuhr beim Kreditsachbearbeiter ihres Vertrauens geholt. Dann hat der Sie sicher verständnisheischenden Blickes mit dem Begriff Basel II vertraut gemacht und noch viel Glück gewünscht.

Wie es zu solcher Kreditzurückhaltung kommen konnte, ist einfach verständlich hier erklärt – damit Sie wenigstens etwas zu Lachen haben:

Finanzkrise verständlich erklärt

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Aber das bringt sie jetzt auf der Suche nach Startkapital nicht weiter.

Versicherung als Startkapital?

Dies nun lenkt den Blick auf einen weiteren Batzen Geld, der zum Vermögen der Deutschen zählt: Versicherungen. 1,46 Billionen Euro haben Privathaushalte als Forderungen gegen Versicherungen – nahezu ausschließlich Lebensversicherungen. Wer eine hat, kann diese Forderung auch schon vor Ablauf zu Geld machen.

Bloß nicht, schreien da jetzt viele, da verliert man ja so viel Geld. Nun ja, als Modell zur Geldvermehrung taugt die vorzeitige Aufgabe einer Lebensversicherung sicher nicht. Aber die anderen haben gut reden, wenn man das Geld nun einmal braucht.

Die schlechteste Lösung ist die Kündigung des Vertrages bei der Versicherung. Besonders bei erst kurzen Laufzeiten geht oft der größte Teil des eingezahlten Geldes verloren, weil es durch die Kosten des Vertragsabschlusses aufgefressen wird. Diese Kosten sind bei den Versicherungen umso höher, die ihre Produkte über Strukturvertriebe vermarkten. Besser sind hier oft Direktversicherer. Aber auch die bieten keine berauschenden Rückkaufwerte.

Der Zweitmarkt für Lebensversicherungen

Der Weg zu mehr Geld führt über den Zweitmarkt für Lebensversicherungen.

Das funktioniert so: Eine auf „gebrauchte Versicherungen“ spezialisierte Gesellschaft kauft Ihre Versicherung auf, zahlt die Prämien weiter und kassiert am Ende der Ablaufzeit den vollen Betrag. Weil keine Verluste durch Kündigung entstehen, bekommt auch der Verkäufer mehr, als wenn er den Vertrag bei seiner Versicherung auflösen würde.

Doch auch auf diesem Zweitmarkt gibt es einige Fallstricke. Manche unseriöse Anbieter wollenden Verkäufer mit Ratenzahlungen vertrösten. Darauf darf man sich keinesfalls einlassen. Es gilt: Cash, Alles – und zwar sofort. Andere wollen Ihnen in Wahrheit einen Kredit verkaufen. Finger weg! Leider eignen sich auch nicht alle Versicherungsverträge für den Verkauf auf dem Zweitmarkt. Eines der wichtigsten Kriterien ist die Restlaufzeit. Wer sich informiert und diese wichtigen Dinge beachtet, dem raten auch Experten nicht unbedingt von einem Verkauf der Versicherung auf dem Zweitmarkt ab.

Lebensversicherungen sind eines der Lieblingskapitalprodukte der Deutschen. Daher ist manch einer in der komfortablen Situation, einen solchen Vertrag sozusagen „herumliegen“ zu haben, vor etlichen Jahren geschenkt von der Oma, dem Opa, dem Patenonkel. Diese Verträge kann man natürlich weiter und weiter bedienen – mit der Aussicht auf eine Jahr um Jahr durch Zinsverfall schlechter werdende Ablaufrendite. Gerade solche Verträge können sich dazu eignen, sie durch Verkauf auf dem Zweitmarkt zu kapitalisieren. Denn einen guten Teil dessen, was man durch die verlorene Verzinsung verliert, spart man sich an anderer Stelle – weil man der Bank keine teuren Kreditzinsen zahlen muss.

2 Kommentare

  1. ebook leser sagt

    Auch, wenn das aktuelle Zinsnevau gegen 0 tendiert dann ist doch meine Lebensversicherung für mich noch die Absicherung fürs Alter. Sozusagen mein Notgroschen. Für eine Existenzgründung würde ich das nicht nehmen. Wenn meine finanziellen Mittel nicht so ausreichen, dann würde ich es lieber lassen.

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