Management & Controlling
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Das kleine 1×1 der Rechnungswesen-Begriffe – Ertrag und Leistung

Rechnungswesen: Ertrag & Leistung

Heute kommen wir zum letzten Teil der Serie über Einzahlung, Einnahme, Ertrag und Leistung.

In den vorigen Artikeln dieser Rechnungswesen-Reihe ging es um die Unterschiede zwischen Einzahlung, Einnahme und Ertrag. Gerne synonym verwendet, aber eben doch nicht genau gleich.

Heute kommt der Begriff LEISTUNG hinzu – auch mit einer eigenen Bedeutung!

Die Unterschiede sollte man kennen, sonst kann man sich bei der Analyse der Unternehmenszahlen schnell mal vertun…

Erklärung & Unterschied zwischen Ertrag und Leistung

Hier wie gehabt zunächst eine grobe Übersicht des jeweiligen Begriffs und der Unterschiede zur jeweils vorigen Stufe, Beispiele für die einzelnen Begriffe gibt’s natürlich danach auch 😉

Ertrag

Jeden Vorgang der zu einer Zunahme des Gesamtvermögens führt nennt man Ertrag.

Als Ertrag einer bestimmten Abrechnungsperiode bezeichnet man den gesamten erfassten Wertzuwachs (erstellte Güter und/oder Dienstleistungen) des Unternehmens innerhalb einer betrachteten Periode, bewertet in Geld.

Leistung

Ein Vorgang wird Leistung genannt, wenn er zu einer Zunahme des betriebsnotwenigen Vermögens führt. Die Leistung ist das bewertete Produktionsergebnis eines Unternehmens, d.h. die Gütererstellung der betrachteten Periode.

Die (Betriebs-)Leistung ist das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit, d.h. die Zunahme von Sachgütern und Dienstleistungen. Sie setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

  • Umsatzerträge (d.h. Erlöse aus dem Verkauf der erzeugten Waren & Dienstleistungen)
  • Erhöhung der Warenbestände (Halb- und Fertigfabrikate)
  • Innerbetriebliche Erträge (selbsterstelle Maschinen, die im eigenen Betrieb verwendet werden)

Beziehungen zwischen Ertrag & Leistung

Es sind drei Fälle möglich:

Ertrag - Leistung

Ertrag – Leistung

1. Ertrag ohne Leistung (Neutraler Ertrag)

Ein neutraler Ertrag ist ein Ertrag, der keine (Betriebs-)Leistungen ist. Der Ertrag stammt nicht aus dem Prozess der betrieblichen Leistungserstellung und –verwertung der betrachteten Periode.

Hier mal ein paar Beispiele zur Verdeutlichung:




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  • Betriebsfremder Ertrag (Verkauf eines nicht betrieblich genutzten Grundstücks, Dividende aus Aktien)
  • Außerordentlicher Ertrag (Verkauf einer Maschine)
  • Periodenfremder Ertrag (Steuerrückzahlung)

Merkmal: Dem Ertrag steht keine Betriebsleistung gegenüber.

2. Ertrag = Leistung (Zweckertrag / Grundleistung)

Das ist der einfachste Fall: der Ertrag stammt aus der Betriebsleistung. Es ist der Teil der mit Marktpreisen bewerteten Leistungserstellung pro Periode, der nur aus den betrieblichen Zweckleistungen besteht.

Merkmal: der Ertrag stammt aus dem Prozess der betrieblichen Leistungserstellung.

3. Leistung ohne Ertrag (Zusatzleistung)

Hierbei handelt es sich um Leistungen, denen kein Ertrag gegenübersteht. Das können z.B. Differenzen zwischen Wertansatz für Bestände in Kostenrechnung und Bilanz oder unentgeltlich abgegebene Leistungen sein.

Ein Beispiel hierfür wäre der wöchentliche Gratishaustrank einer Brauerei für ihre Mitarbeiter. Die Leistung (das Bier) wurde erzeugt, führt aber nicht zu einer Mehrung des Sach- oder Geldvermögens, da es ja unentgeltlich an die Mitarbeiter ausgegeben wird.

Merkmal: Wir erbringen im Rahmen unseres Betriebszwecks eine Leistung, erwirtschaften aber keinen Ertrag.

Fazit

Jetzt reicht‘s aber mit den Rechnungswesen-Begriffen, oder?

Vielleicht wage ich mich als nächstes an so Themen wie Kostenarten- & Kostenträgerrechnung oder so. Hat jemand einen Wusch?

Mehr Informationen

Alle bisher erschienenen Beiträge rund um das Thema findet ihr hier: Rechnungswesen.

Hier noch die anderen Teilen der Serie über die Grundbegriffe des Rechnungswesens:

Foto: Graeme Dawes / shutterstock.com

10 Kommentare

  1. Hallo!

    Erstmal vielen Dank für die tollen Erklärungen, die haben mir wirklich weiter geholfen 🙂
    Ich verstehe aber noch nicht ganz, warum ein Verkauf einer Maschine ein Ertrag ist. Dabei wird doch eigentlich das Eigenkapitalkonto gar nicht angesprochen, oder? Oder hängt das damit zusammen, ob man die Maschine zum Buchwert oder nicht verkauft?

  2. Pingback: WING Wirtschaft für Ingenieure | Andreas' Blog

  3. Super erklärt und Verstanden 🙂
    Würde mich riesig darüber freuen, wenn du noch Artikel zu Kostenarten- & Kostenträgerrechnung schreibst 🙂

    • Hi Juan,
      Danke für das Lob!
      Kostenarten- & Kostenträgerrechnung schreibe ich mir mal auf die Liste 🙂 Aktuell bin ich noch mit dem Thema Buchhaltung beschäftigt…

      LG
      Heike

  4. Pingback: Das kleine 1x1 der Rechnungswesen-Begriffe &nda...

  5. Matze sagt

    Hi Heike,

    ich hoffe du bekommst oft genug gesagt wie genial du diese Begriffe erklärst!!!
    Ich wiederhole zum zweiten Mal Controlling und habe auch in Buchführung nicht soooo gut abgeschnitten. Aber mit deinen Erklärungen sollte das keine Problem werden.
    Hast du mal überlegt Dozentin zu werden? 😉

    Liebe Grüße

    • Hallo Matze,
      Dank dir für dieses tolle Kompliment!
      Ich hoffe, du schaffst deine Prüfung 🙂
      Und nein, Dozentin wollte ich nie werden. Reden & schreiben ist nicht das gleiche…
      Aber wer weiß, vielleicht denke ich doch noch einmal drüber nach 🙂

      Sonnige Grüße aus Köln
      Heike

  6. Henning sagt

    Danke für die mehreren Zusammenfassungen. Mal sehen, wie viel ich in der Klausur noch im Kopf habe 😉

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