Finanzen & Buchhaltung
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Lexikon Buchhaltung: D

Lexikon Buchhaltung: D

Im Unternehmerhandbuch gibt es ganz viele Beiträge zum Thema Buchhaltung. Klar, das ist ja auch ein wichtiger Bereich für jedes Unternehmen :-)

Wenn ihr keine BWLer oder Steuerberater oder so seid, dann können die verschiedenen Begriffe ganz schön verwirrend sein, oder?

Daher fasse ich diese jetzt nach und nach zusammen und erstelle ein Lexikon der Buchhaltung. Und wenn neue Begriffe hinzukommen, dann ergänze ich die Beiträge einfach, das ist ja im Internet problemlos möglich. Eine große Sammelseite des ganzen Lexikons von A-Z gibt es natürlich auch.

Heute geht es weiter mit dem Buchstaben D!

Debitor

Debitor kommt vom lateinischen debere = schulden. Debitoren sind also Personen oder Unternehmen o.ä., die euch etwas schulden.

Meist handelt es sich dabei um Kunderechnungen, die noch nicht bezahlt sind. Aber auch Lieferanten, die ihr bereits bezahlt habt bevor sie ihre Ware / Dienstleistung geliefert haben, sind Debitoren. Also einfach alle, die euch noch Geld oder Ware oder Leistung schulden.

Im normalen Buchhaltungs-Sprechgebrauch sind mit Debitoren aber einfach die Kunden gemeint :-)

Debitorenbuchhaltung

Damit man nicht den Überblick verliert, wer einem noch was schuldet, bekommen alle Debitoren in der Buchhaltung ein eigenes Buchungskonto. Das nennt sich Debitorenbuchhaltung, also die Buchung der einzelnen Forderungen gegenüber den Debitoren.

Schön ordentlich sortiert erhält man so schnell einen Überblick, wen man z.B. dringend mal kontaktieren müsste und wer seine Rechnungen immer pünktlich bezahlt.

Warum das wichtig ist? Na damit ihr immer genug Liquidität für euer Unternehmen habt. Denn mit Geld, was erst nächsten Monat oder irgendwann oder gar nicht eintrudelt, könnt ihr heute eure Miete nicht bezahlen.

Es ist also überlebenswichtig, die einzelnen Debitoren genau im Blick zu behalten und die Forderungen Ihnen gegenüber zu managen, damit ihr nicht aus Versehen trotz tollem Umsatz insolvent seid, weil die Kunden leider zu spät bezahlen.

Debitorenlaufzeit

Die Debitorenlaufzeit (auch Kundenziel genannt) besagt, innerhalb welcher Zeit die Kunden normalerweise ihre Rechnungen begleichen.

Steigt die Debitorenlaufzeit, d.h. sinkt die Zahlungsmoral der Kunden, so kann dies eine ernste Gefahr für das Unternehmen darstellen, da u.U. teure Zwischenfinanzierungen nötig werden, um Lieferanten oder Personal zu bezahlen.

Formel: Debitorenlaufzeit = 360 / Debitorenumschlag

Debitorenumschlag

Der Debitorenumschlag zeigt an, wie groß der Anteil unbezahlter Forderungen an eurem Umsatz ist. Und da sind wir wieder beim Thema: ein toller Umsatz, der leider nur aus unbezahlten Forderungen besteht, nützt niemandem.

Daher: je größer der Debitorenumschlag, umso besser für euch :-)

Formel: Debitorenumschlag = Umsatzerlöse / durchschnittlicher Debitorenbestand

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Deckungsgrad

Der Deckungsgrad ganz allgemein bezeichnet den Anteil, den eine Teilmenge an einer Gesamtmenge hat. Hoher Deckungsgrad = hoher Anteil, niedriger Deckungsgrad = niedriger Anteil.

In der Buchhaltung bzw. im Rechnungswesen nutzt man ihn bei der Analyse der langfristigen Liquidität. Er dient der Ermittlung der Kreditwürdigkeit und langfristigen finanziellen Stabilität eines Unternehmens.

Deckungsgrad 1

Er erlaubt eine Aussage darüber, inwieweit der „Besitz des Unternehmens dem Unternehmen gehört“.

Dieser Wert sollte zwischen 80% und 100% sein, ein Leben auf zu viel Pump ist auf Dauer gefährlich!

Formel: Deckungsgrad 1 = Eigenkapital / Anlagevermögen x 100

Deckungsgrad 2

Er ermittelt, ob die Finanzierung des Anlagevermögens langfristig gesichert ist.

Dieser Wert sollte zwischen 100% und 120% sein, da ansonsten das Risiko eines kurzfristig drohenden Liquiditätsengpasses besteht. So könnte der Unternehmer bei Fälligkeit kurzfristiger Verbindlichkeiten in Zahlungsschwierigkeiten geraten, falls das Umlaufvermögen zur Deckung nicht ausreicht und das Anlagevermögen nicht so schnell liquidierbar ist.

Formel: Deckungsgrad 2 = (Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital) / Anlagevermögen x 100

Deckungsgrad 3

Diese Kennzahl gibt an, ob Anlagevermögen und Vorräte (bzw. langfristiges Umlaufvermögen) auch langfristig finanziert sind.

Der Deckungsgrad 3 sollte rund 100% betragen, dann kann davon ausgegangen werden, dass das Unternehmen solide finanziert ist.

Formel: Deckungsgrad 3 = (Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital) / (Anlagevermögen + Vorräte) x 100

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Degressive Abschreibung

Eine Variante die AfA zu ermitteln ist die geometrisch-degressive Abschreibungsmethode. Bei der degressiven Abschreibung wird der Abschreibungssatz jeweils auf den Restwert angewendet und nicht wie bei der linearen Abschreibung auf den Anschaffungswert.

Dadurch werden die Abschreibungsraten am Anfang höher und zum Ende hin niedriger.

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Doppelte Buchführung

Doppelte Buchführung – schon mal gehört?

Wenn nicht, kein Problem – hier die Kurzfassung: bei der doppelten Buchführung werden alle Geschäftsvorfälle eines Unternehmens sortiert, mit Belegen erfasst und auf mindestens zwei Konten verbucht.

Mit Konto ist bei der doppelten Buchführung nicht das Girokonto gemeint, sondern anhand eines Kontenplans werden alle Vorgänge inhaltlich getrennt auf unterschiedliche Buchungskonten erfasst, um später einen Überblick über die Zahlen des Unternehmens erhalten zu können.

Die Erfassung der Geschäftsvorfälle wird immer auf mindestens zwei Konten gebucht, daher der Begriff „Doppelte Buchführung“. Jede Buchung benötigt mindestens ein SOLL- und ein HABEN-Konto, das bei der Buchung genutzt wird.

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Durchlaufende Posten

Der Begriff „Durchlaufende Posten“ ist in § 10 Abs. 1 Satz 5 UStG definiert: Beträge, die der Unternehmer im Namen und für Rechnung eines anderen vereinnahmt und verausgabt. Auch in § 4 Abs. 3 Satz 2 EStG taucht diese Definition auf: Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben, die im Namen und für Rechnung eines anderen vereinnahmt und verausgabt werden.

Beispiele: von Rechtsanwälten für ihre Mandanten verauslagte Gerichtskosten, einbehaltene Beiträge von Arbeitnehmern für Steuern oder Sozialversicherung, Laborkosten bei Zahnärzten.

Das war’s mit dem Lexikon Buchhaltung: D – die anderen Buchstaben folgen nach und nach :-)

Basiswissen Rechnungswesen & Buchhaltung

Rechnungswesen, Buchhaltung, Controlling – wie hängt das alles zusammen?

Das Rechnungswesen dient der systematischen Erfassung, Überwachung und informatorischen Verdichtung der durch den betrieblichen Leistungsprozess entstehenden Geld- und Leistungsströme.

Die Buchhaltung ist dabei der externe Teil des Rechnungswesens. Sie dient dazu (wie der Name schon sagt), die finanzielle Situation des Unternehmens nach außen darzustellen.

Der interne Teil des Rechnungswesens liefert dem Unternehmer die Daten, die zur Steuerung und Planung des Unternehmens notwendig sind (daher auch internes Rechnungswesen bzw. Controlling bestehend aus Kostenrechnung, Statistik & Vergleich und Planung).

Ihr wollt noch mehr zu diesen Themen wissen? Dann hier entlang:

Buchhaltung

Das große Lexikon Buchhaltung:

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Auf geht’s – fröhliches Lesen euch allen!

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